Die Farbgestaltungsmöglichkeiten für Dachziegel
- naturfarbene
- engobierte
- glasierte
Nachstehend werden die verschiedenen Dachziegeloberflächen mit ihren möglichen Farbveränderungs-symptomen dargestellt.
Die Farbe „Naturrot“ verdankt der Ziegel seinen jeweiligen Metallanteilen:
- Eisenhydroxide brennen zu kräftig rotem Eisenoxid,
- ein hoher Mangananteil bewirkt eine dunkelbraune Färbung,
- ein geringer Eisenanteil oder auch höhere Kalkanteile ergeben eine hellgelbe Ziegelfarbe
Farbskala von gelb/grau bis dunkelrot/braun Zusätzliche Einflussfaktoren auf die jeweilige Farbwirkung:
- Changierende Farben: keramisches Spezifikum.
- Oberflächenstruktur von glatt bis rauh.
- Kristallines Gefüge und Ausrichtung.
- Licht/Schatten/Lichtbrechung.
- Feuchte als Regen, Tau, Rauhreif.
- Stäube oder z. B. auch Pollen im Frühjahr.
Unter Engobe versteht man einen matten, nicht glasurartigen Überzug, der vor dem Brennen durch Tauchen oder Spritzen aufgetragen wird. Er hat den Zweck, die Oberflächenfarbe des Ziegels zu verändern, um eine gleichfarbige Gesamtwirkung der Dachfläche zu erzielen. Die sonstigen Eigenschaften des Dachziegels werden weder verbessert noch verschlechtert. Die Engobe besteht aus einer Tonschlämme, der entsprechend der gewünschten Farbe Minerale oder Metalloxide beigemischt sind. Durch besondere Spritztechniken werden sogenannte „Fleckengoben“ aufgebracht, die dem Ziegel eine patinierte Wirkung verleihen. Man verspricht sich hierdurch eine bessere Integration von neuen Dacheindeckungen in den städtebaulichen Gesamtzusammenhang.
Ebenfalls eine Engobe ist die terra sigillata, ein glänzender, fast glasurartiger Überzug aus leicht schmelzbarem Ton. Während des Brandes beginnt die Engobe zu sintern und verdichtet sich zu glasartigen Tropfen. Da sich keine abschließende Glasschicht bildet, wird diese Oberflächenschicht nicht zu den Glasuren gerechnet. Einige als „Glanzengoben“ bezeichnete Überzüge nähern sich an die Charakteristika der Oberflächenwirkung der terra sigillata an.
Breite Farbskala . Zusätzliche Einflussfaktoren auf die jeweilige Farbwirkung:
- Changierende Farben: keramisches Spezifikum.
- Oberflächenstruktur von glatt bis rauh.
- Kristallines Gefüge und Ausrichtung der Kristalle.
- Dicke der Engobenschicht: Scherben durchscheinend bis satt deckend.
- Licht/Schatten/Lichtbrechung.
- Feuchte als Regen, Tau, Rauhreif.
- Stäube oder z. B. auch Pollen im Frühjahr.
Glasuren sind harte, glasartige, eingefärbte Überzüge, die die Oberfläche des Ziegelscherbens abdichten. Mit ihnen läßt sich in besonderer Weise die Oberflächenfarbe des Dachziegels verändern. Im Gegensatz zu den anderen Gestaltungsmöglichkeiten spielt der Lichtreflex eine zusätzliche Rolle. Die Glasuren enthalten in der Grundmasse Quarz, Kalk, Dolomit, Soda, Pottasche, Feldspat und Borax. Tongebende Pigmente sind Oxide des Vanadiums, Chroms, Mangans, Eisens, Kobalts, Nickels und Kupfers. Die Glasurmasse wird bei Temperaturen bis etwa 1600° Celsius gebrannt und anschließend zu feinem Pulver zermahlen. Mit Wasser versetzt, entsteht ein Glasurschlicker, mit dem die Oberflächen der getrockneten Ziegelformlinge vor dem Brand besprüht werden. Die Glasur wird gleichzeitig mit dem Dachziegel gebrannt.
Breite Farbskala . Zusätzliche Einflussfaktoren auf die jeweilige Farbwirkung:
- Changierende Farben: keramisches Spezifikum.
- Oberflächenstruktur glatt, spiegelnd bis matt.
- Beeinflussung der Farbwirkung durch die Dicke der Glasurschicht bei Transparenz der Glasur. Mitwirkung der Grundfarbe des Scherbens, bei unterschiedlicher Auftragsstärke: Tropfenwirkung, Unebenheiten. Bei sattdeckender Glasur ausschließliche Wirkung der Glasurfarbe.
- Licht/Schatten/Lichtbrechung.
- Feuchte als Regen, Tau, Rauhreif.
- Stäube oder z. B. auch Pollen im Frühjahr.
- Lichteinstrahlung.
Farbgleiche Dachziegel sind in absehbarer Zeit nur bedingt herstellbar. Es handelt sich um ein Naturprodukt, das als eine der keramischen Grundeigenschaften über changierende Farben verfügt. Farbgleichheit absolut zu fordern, zeugt von Unkenntnis dieser Materialeigenschaft. Dennoch gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, das Farbspiel von Dachziegeln zu nutzen, ohne dass farbgleiche Abschnitte in einer Dachfläche zum ästhetischen Problem werden.